Bestandteile eines Business-Plans

Job: Bewerbung, Karriere und Berufsleben

Die Informationen in einem Businessplan müssen nicht nur verständlich, sondern auch vollständig sein. Viele Gründungsvorhaben scheitern nicht auf Grund von schlechten Ideen, sondern eher an schlechten und unvollständigen Business-Plänen. Und wie bei Dates gibt es für den ersten Eindruck meist keine zweite Chance. Doch welche Informationen gehören in einen Business-Plan? Dies lässt sich sicher nicht für alle Vorhaben einheitlich beantworten, jedoch haben sich auf Grund vieler Gründungswettbewerbe und Management-Trainings seit Mitte der 90er Jahre einige Standards herausgebildet.

Deckblatt, Inhaltsverzeichnis und Executive Summary

Neben den formalen Kriterien eines Deckblatts mit allen Kontaktdaten des Gründers und einer Vertraulichkeitsvereinbarung sowie einem Inhaltsverzeichnis beginnt ein Business-Plan mit einer Zusammenfassung (Executive Summary). Diese sollte erst geschrieben werden, wenn alle Bestandteile bereits ausformuliert sind, so dass am Ende die wichtigsten Aspekte in der Executive Summary zusammengefasst werden können. Diese sollte jedoch an den Anfang des Business-Plans gestellt werden, so dass sich Investoren und Geldgeber zunächst einen Überblick verschaffen und bei Interesse mit den detaillierteren Ausführungen der Unternehmung befassen können.

Produkt- und Unternehmensidee & Management-Team

Nach der Zusammenfassung sollte die Produkt- und Unternehmensidee ausführlich und schlüssig beschrieben werden. Ein weiterer wichtiger Bestandteil sind Ausführungen zum Management-Team. Hierbei bieten sich Kurz-Vitas der Unternehmensgründer an sowie Informationen zu den Kernkompetenzen und wie diese künftig im Unternehmen eingesetzt werden sollen.

Markt und Wettbewerb & Marketing und Vertrieb

Der nächste Punkt ist die Beschreibung von Markt und Wettbewerb. Hier muss vor allem der Nutzen und Mehrwert für die potentiellen Kunden sowie die Marktsituation dargestellt werden. Auch die Zielgruppe (lokal, regional, international etc.) sowie eventuelle Produkte und Dienstleistungen von Wettbewerbern sollten hier dargestellt werden, wobei stets die immanente Frage „Wodurch hebt sich das eigene Produkt ab?“ beantwortet werden sollte. Ein essentieller Punkt in einem Business-Plan ist auch der Bereich Marketing und Vertrieb. Hierin müssen die wesentlichen Marketing-Kanäle und Vertriebsstrukturen dargestellt und auch mit konkreten Zahlen belegt werden. Nicht selten entpuppt sich der Vertrieb durch lange Entscheidungsstrukturen auf Kundenseite – insbesondere bei Konzernen und der öffentlichen Hand – als sehr aufwändig, so dass auch hier entsprechende Kennzahlen und Maßnahmen dargestellt werden müssen.

Unternehmensorganisation

Der nächste Punkt eines Business-Plans behandelt die Unternehmensorganisation. Dabei sind nicht nur alle rechtlichen Aspekte einer Unternehmung wie Rechtsform (GmbH oder GbR etc.), Umsatzsteuervoranmeldung oder nicht, Soll- oder Ist-Versteuerung etc., sondern auch strukturelle und prozessuale Themen zu berücksichtigen. Vor allem bei der Gründung von personal-intensiven Firmen spielen auch Fragen der Team-Organisation und Management-Ebenen eine erfolgskritische Rolle.

Finanzplanung

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Den größten und wichtigsten Teil spielt in einem Business-Plan regelmäßig die Finanzplanung, die konkrete Zahlen zu den anstehenden Investitions- und Gründungskosten, den laufenden Kosten sowie den zu erwartenden Einnahmen und Gewinnen enthalten muss. Dabei geht es nicht darum, durch aufgehübschte Zahlen möglichst früh den Break-Even-Point zu erzielen, um Banken und Investoren vom Vorhaben zu überzeugen, sondern eher mit realistischen Zahlen sowie Best-Case und Worst-Case Szenarien zu arbeiten, da Venture Capitalisten und Bankiers in der Regel schon viele Business-Pläne gesehen und zu überschwängliche Zahlen erkennen können und entsprechend negativ bewerten.

Risikobewertung und Alternativ-Szenarien

In der Regel widmet man sich in einem separaten Teil noch den Risiken und entwickelt Alternativ-Szenarien. Dabei können im Laufe einer meist recht langen Gründungsphase interne als auch externe Risiken entstehen. Zu den internen Risiken gehören neben dem Ausscheiden wichtiger Schlüsselpersonen auch Probleme bei der Fertigung und dergleichen. Externe Risiken können auch sehr vielschichtig sein und von veränderten rechtlichen Rahmenbedingungen über den Markteintritt anderer Wettbewerber bis hin zum Preisverfall für vergleichbare Produkte auf Grund technologischer Fortschritte reichen. An diese Punkte sollte stets in einem Business-Plan gedacht und die Risiken möglichst objektiv und idealerweise gleich mit entsprechenden Lösungsalternativen dargestellt werden. Dies zeugt nicht nur von Weitsicht für die eigene Unternehmensplanung, sondern zeigt auch den Investoren Problembewusstsein und Lösungskompetenz auf, was heutzutage jedem erfolgreichen Unternehmer immer wieder aufs Neue abverlangt wird.